[Was ist?] ISO, Blende und Verschlusszeit, kein Buch mit 7 Siegeln

Eigentlich wollte ich nie darüber posten und nun werde ich es doch tun. Warum ?

Ja, es gibt das so eine „Cheatcard“ von Hamburger-Fotospots , diese hat mir anfangs beim Verständnis so unglaublich geholfen, auch wenn ich diese nie mit mir rumschleppte, aber so war es doch das einzige Mittel mit dem ich das schnell verstehen konnte.

Anfangs ist es wirklich wie ein Schloss mit 7 Siegeln, aber eigentlich ist es total easy.

Das Belichtungsdreieck

Richtige Belichtung
Belichtungsdreieck

ISO

Ist die Lichtempfindlichkeit des Sensors. Umso kleiner dein ISO (ISO100), desto lichtunempfindlicher sind die einzelnen Bildpunkte auf deinem Sensor. Dein Bild ist klar, es ist kein Rauschen vorhanden, ABER es braucht Licht.

kleine ISO = wenig Rauschen, dunkles Bild | hoher ISO = viel Rauschen, helles Bild

Blende

Das Objektiv hat etwas, welches sich Blende nennt, sicher schon einmal gehört. Es sind einige kleine Lamellen, welches sich zu einem kleinen oder großen Loch schließen/öffnen lassen.

Man kann es sich wie unser Auge vorstellen.
Ist es draußen hell, dann wird unsere Pupille klein, damit es nicht so viel Licht ins Auge kommt UND wir kneifen unsere Augen auch zusammen, um besser in die Weite schauen zu können, jeder der kurzsichtig ist, kennt dieses Phänomen (mehr Tiefenschärfe).
-> z.B. f/22

kleine Blende = kleine Öffnung = wenig Licht => große Zahl  | große Tiefenschärfe

Ist es jedoch dunkel draußen, dann weiten sich unsere Pupillen, damit so viel Licht wie möglich in unser Auge treffen kann, zudem sehen wir damit die nahen Objekte besser (geringere Tiefenschärfe).  -> z.B. f/2,8

große Blende = große Öffnung = viel Licht => kleine Zahl | kleine Tiefenschärfe

Und warum ist klein groß und groß klein?

Warum ist nun die große Zahl eine geschlossene Blende und die kleine Zahl eine offene Blende? Das liegt einfach daran, dass die Blendenöffnung als Kehrwert angegeben wird.
f/Blendenöffnung : Abstand zwischen Blende und Bildebene (so oft würde die Blendenöffnung in den Abstand „reinpassen“)
z.B. Blende hat eine Öffnung D und der Abstand zwischen Blende und Bildebene ist so groß, dass die Öffnung D zweimal hineinpasst. -> f/1:2 -> Blende 2
Verstanden ? Ich hoffe doch, aber das ist auch nicht soooo relevant.

Belichtungszeit

Ganz einfach. Dies ist die Zeit für welche die Blende offen bleibt, also Licht auf den Sensor treffen kann.

Kurze Belichtungszeiten sind relativ, je nachdem was man fotografieren möchte.
Das beste Beispiel ist immer Wasser an der Ostsee.

Möchte ich dieses mit all seinen Wellen und Wasserspritzer am Kai aufnehmen, dann belichte ich kurz, ich „friere“ somit alle Tröpfchen und Wellen in diesem Moment ein. Hier wähle ich evtl. 1/400 Sekunden.

kurze Belichtungszeit = „einfrieren“ des Bildes, viel vorhandenes Licht

Möchte ich die Ostsee jedoch als weiche Ebene, mit wenig Kanten aufnehmen, dann muss ich länger belichten. In der Zeit werden alle Bewegungen auf den Sensor gebannt und übereinander gelegt, so dass es alles verschwimmt, z.B. 25 Sekunden.

lange Belichtungszeit = „weiche“ Bewegungen| übereinander gelegte Bewegungen, wenig vorhandenes Licht

Gar nicht so schwer oder?

Natürlich müsst ihr nun nicht jedes mal herum probieren, bis ihr die perfekten Werte habt. Eure Kamera hilft euch hierbei gerne. Es gibt auf der Schulter der Kamera bzw. wenn man durch den Sucher oder auf dem Display schaut eine Belichtungsanzeige, manchmal hilft einem der Live-View auch dabei.

Belichtungsanzeige
Der Belichtungswert lieg hier auf +0,6, d.h. es liegt eine leichte Überbelichtung vor -> hell
Belichtungswert
Der Belichtungswert lieg hier auf -0,6, d.h. es liegt eine leichte Unterbelichtung vor -> dunkel

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Beispiele 

Canon EF 50mm
Canon EOS 6D + Canon EF 50mm f/1.4 USM (ISO100, 50mm, f/2.5, 1/100s)
Canon EF 50mm
Canon EOS 6D + Canon EF 50mm f/1.4 USM (ISO1000, 50mm, f/2.5, 1/1000s)

 

 

 

 

 

 

 

 

Canon EF 50mm
Canon EOS 6D + Canon EF 50mm f/1.4 USM (ISO100, 50mm, f/8, 1/10s)
Canon EF 50mm
Canon EOS 6D + Canon EF 50mm f/1.4 USM (ISO1000, 50mm, f/8, 1/80s)

 

Canon EF 50mm
Canon EOS 6D + Canon EF 50mm f/1.4 USM (ISO100, 50mm, f/22, 0.80s)
Canon EF 50mm
Canon EOS 6D + Canon EF 50mm f/1.4 USM (ISO1000, 50mm, f/22, 1/13s)

Seht ihr die Unterschiede ?

 

Mit Hilfe des ND-Filters (NeutraleDichte) lässt sich die Belichtungszeit verlängern. So, dass auch am Tag Langzeitbelichtungen gemacht werden können.

Langzeitbelichtung
„Timmendorfer Strand“ Canon EOS 6D + Canon EF 17-40mm f/4 L USM (ISO100, 40mm, f/22, 30s) + Stativ + Rollei ND1000

So, nun raus aus dem Automatikmodus, rein in den manuellen Modus! Es macht viel mehr Spaß und das Bild ist dann auch so, wie man es will, muss es schnell gehen oder es ist einem zu viel auf einmal? Dann benutzt doch die Halbautomatik eurer Kamera. In der könnt ihr wahlweise die Blende benutzen oder auch nur die Belichtungszeit einstellen. Das gibt einem nach und nach das Gefühl dafür.

Viel Spaß beim Entfachen eurer Kreativität!

Liebsten Gruß
Fräulein Viky

 

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